Tiergestützte Pädagogik
Die Idee
Kinder brauchen Tiere und Natur. Tiere schaffen Erfahrungsräume, in denen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, selbstständig zu lernen, Selbstvertrauen zu entwickeln und Beziehungen anzubahnen und aufrecht zu erhalten. Tiere akzeptieren den Menschen vorurteilsfrei, ohne zu bewerten und zu kritisieren, und diese Eigenschaft ist sehr heilsam für den Menschen.
Ein wichtiger Aspekt der Mensch-Tier-Beziehung ist die Kommunikation. Das Tier zeigt dem Menschen deutlich seine bedingungslose Zuneigung und verschafft ihm so über seine nonverbale Kommunikation das Gefühl von innerer Zufriedenheit. Der ungestörte Austausch von Aufmerksamkeit, Zuwendung und Wärme ermöglicht eine direkte und ehrliche Beziehungserfahrung.
Zurzeit arbeiten wir mit Hunden und Meerschweinchen. Wir arbeiten sowohl mit einzelnen jungen Menschen als auch mit Gruppen.
Die Zielgruppe
Unsere Arbeit mit der tiergestützten Pädagogik richtet sich innerhalb unserer Einrichtung an junge Menschen im Alter von 3 – 27 Jahren. Das Angebot ist grundsätzlich für alle Kinder geeignet, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit:
- sozialen Verhaltensstörungen
- traumatischen Erfahrungen
- emotionaler Instabilität
- psychischen Störungen
- Wahrnehmungsstörungen
Viele beziehungstraumatisierte und emotional sehr zurückgezogene Kinder finden über den Umgang mit Tieren einen Weg zu mehr Selbstvertrauen sowie Vertrauen in ihr Gegenüber.
Die Ziele
Die pädagogisch-therapeutische Wirkung des Umgangs mit den Tieren steht im Vordergrund unserer Arbeit. Ein langsamer und vertrauensvoller Beziehungsaufbau hilft den jungen Menschen dabei, Misstrauen und Ängste abzubauen. Folgende pädagogisch-therapeutischen Ziele werden je nach individuellem Bedarf und Zielsetzung verfolgt:
- Spaß und Freude am Umgang mit den Tieren
- Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit
- Emotionale Stabilisierung
- Stärkung der emotionalen und sozialen Kompetenz
- Förderung der Beziehungsfähigkeit
- Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Tieren
- Entwicklung von Empathie
- Entwicklungs- und Wahrnehmungsförderung (alle Sinne werden angesprochen)
- Einschätzung eigener Grenzen und Möglichkeiten
- Förderung der Lern- und Leistungsbereitschaft
- Förderung von Kommunikation
Das Projekt in einer Wohngruppe
In vorbereitenden Gesprächen können die jungen Menschen spielerisch die Regeln für den artgerechten Umgang mit den Tieren erlernen. Hier werden zur Sensibilisierung unterschiedliche Wahrnehmungsspiele angeboten. Es werden z. B. Waldspaziergänge zum Sammeln diverser Materialien unternommen. Die Kinder können Häuser aus verschiedenen Materialien für die Meerschweinchen bauen und diese gestalten. In Einzelaktionen und Kleingruppen werden die jungen Menschen an die Tiere herangeführt, sodass sie eine eigenverantwortliche und altersentsprechende Versorgung der Tiere erlernen. Auch die Tierarztbesuche werden mit den Kindern gemeinsam besprochen und durchgeführt.
Hier finden Sie einige Bilder aus unserer Arbeit mit Tieren:
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